Suno Bulk Downloader

Ein kleines Skript, für den eigenen Bedarf, dank KI mal eben schnell entwickelt – der Suno Bulk Downloader. Dass ich Suno ziemlich genial finde, habe ich ja bereits in einem anderen Artikel sehr eindeutig beschrieben. Es macht noch immer Spaß, Musik oder gar Songs zu generieren, und im Laufe der Zeit sind doch einige Stücke entstanden, die man ganz gerne lokal sichern möchte.

Problem: Downloads bei Suno

Zwar bietet Suno eine Download-Möglichkeit von einzelnen Musik-Dateien im MP3- oder WAV-Format an, doch bei einer größeren Anzahl wird dies schnell mühselig. Somit entstand der Wunsch nach einer einfachen Download-Funktion für mehrere Dateien bzw. kompletter „Workspaces„, in denen sich bei Suno die erzeugten Stücke organisieren lassen.

Bei der Generierung neuer Stücke ist meine Herangehensweise wie folgt: Zunächst lasse ich Suno mit dem entsprechendem Prompt die einzelnen Songs generieren, entweder ohne Texte bei reinen Instrumental-Stücken, oder eben mit eigenen Texten. Standardmäßig landen diese Stücke im Standard-Workspace, d.h. letztlich -Verzeichnis mit dem Namen „My Workspace„. So entstehen doch einige Exemplare – manche gefallen mir sehr gut, andere eher weniger, und noch viel weniger eignen sich meiner Ansicht nach zur Veröffentlichung.

Mein Suno-Workflow

So entstehen mit der Zeit doch etliche Songs mit ähnlichen Prompts, da ich natürlich versuche, Suno zur Generierung meiner Vorstellungen zu überreden. Man könnte es auch Trial-and-Error nennen, oder – wohlwollender formuliert – kreatives Schaffen. Beispielsweise habe ich schon häufiger versucht, Suno ein bestimmtes Instrument einsetzen zu lassen, um dann festzustellen, dass es eher keine gute Idee war. Oder genau umgekehrt, eine anfangs völlig bescheuert erscheinende Idee erweist sich als perfekt passend für das jeweilige Stück.

Nun kann es sein, dass tatsächlich mehrere Dutzend Versionen eines Songs vorhanden sind, von denen ich natürlich nicht alle veröffentlichen möchte, die mir aber zu schade sind, komplett ins virtuelle Nirvana zu befördern. Ergo packe ich Exemplare, die ich zumindest als „ok“ bzw. „++“ bewertet habe (übrigens wäre ein Bewertungsschema eine weitere Funktion, die ich mir bei Suno wünschen würde – momentan bewerte ich einfach durch nachträgliches Editieren des Titels von „+“ bis „++++“…), in ihren eigenen Workspace.

Und da ich nicht weiß, wie viel Speicherplatz Suno insgesamt bietet oder ob sie irgendwann einmal eine Beschränkung vorsehen, oder auch, ob sie überhaupt dauerhaft existieren bzw. nicht irgendwann in Europa und Deutschland angesichts Klagen von Musik-Verhinderer-Vereinen wie der GEMA verscheucht werden, würde ich es als bedauerlich empfinden, wenn all die mit der Zeit generierten Songs plötzlich nicht mehr da wären. Oder es liegt an meiner aus der „Jäger-und-Sammler“-Zeit übrig gebliebene Sammler-Mentalität. Doch auch abgesehen davon höre ich mir nicht wenige Stücke, insbesondere auch die nicht veröffentlichten, gerne im Nachhinein nochmal an. Tatsächlich ist Suno bei mir inzwischen zur hauptsächlichen Quelle des Musikhörens geworden.

Suno Downloader, da gibt’s doch was!

Wie dem auch sei, auf jeden Fall entstand der Wunsch nach einer Archivierungsmöglichkeit für Suno. Und dass dieser Wunsch auch von anderen geteilt wird, beweisen etliche Browser-Extensions und noch mehr Download-Skripte und -Programme, die es inzwischen für Suno gibt. Und natürlich habe ich mir zunächst zwei weit verbreitete Browser-Erweiterungen angesehen. Mit beiden gab es jedoch Probleme, die einen erfolgreichen Einsatz wirksam verhinderten.

Die erste Extension hatte bereits Probleme beim Einlesen der Daten – ab ungefähr 650 Songs ging es nicht mehr weiter bzw. die Fortschritts-Anzeige sprang vor und zurück, und trotzdem ich der Extension mehr als einen Tag Zeit gab, danach einmal komplett neu angefangen habe, wurde es nicht besser. Zu dem Zeitpunkt hatte ich etwa 1000 Lieder insgesamt in allen Workspaces, insofern habe ich den Versuch irgendwann abgebrochen. Die zweite Extension funktionierte ebenfalls grundsätzlich, ich konnte auch bereits einen Workspace insgesamt herunterladen, allerdings gab es Probleme, als ich die Songs eines Workspace erneut inkl. Meta-Daten herunterladen wollte.

Eine weitere Suche nach Suno-Downloadern förderte noch viel mehr Skripts und ähnliches zutage, doch auf externe Dienste wollte ich lieber verzichten, und als ich mir die Beschreibungen von diversen Skripten angesehen hatte, stellte sich schnell heraus, dass mir dabei die eine oder andere Funktionalität gefehlt hätte. Und so dachte ich mir, dass dies doch erneut eine gute Gelegenheit wäre, die Programmier-Fähigkeiten einer KI zu testen – eine klar umgrenzte, kleine Aufgabe, bei der ich nicht jede Code-Zeile prüfen musste, bei der es keine sicherheitsrelevanten Aspekte gab, und die nach dem Motto „works for me“ abgeschlossen wäre.

Dann eben selbst: Suno Bulk Downloader

Diesmal hatte ich mich für Claude als Co-Entwickler entschieden, und tatsächlich hat mir die KI nach meiner Festlegung grundsätzlicher Anforderungen und nach Beantwortung dreier Fragen innerhalb von wenigen Minuten die erste Fassung des Python-Skripts erstellt. Bis zur endgültigen Version benötigte es zwar noch einige Iterationen, aber insgesamt hat Claude seine Arbeit doch sehr gut verrichtet, inkl. Schreiben des README, bei dem ich ihm gestattet hatte, seine Rolle an prominenter Stelle zu erwähnen.

Die aktuelle Version des Suno Bulk Downloaders bietet insbesondere folgende Funktionen:

  • Workspaces werden als Verzeichnisse abgebildet, so dass die Songs aus einem Workspace in ein gleichnamiges Verzeichnis heruntergeladen werden.
  • Bulk-Download aller Workspaces sowie Download einzelner Workspaces mit der Option –only. Beim Download aller Workspaces können einzelne Workspaces mittels Option –skip ausgeschlossen werden.
  • Die MP3-Dateien erhalten ID3-Tags für Titel, Artist, Jahr usw., außerdem wird das bei Suno vorhandene Cover-Bild hinzugefügt.
  • Heruntergeladen werden die MP3-Datei sowie die Meta-Daten der Songs, d.h. Style- und Lyrics-Prompts als .txt- und .json-Datei, sowie das Cover-Bild (falls vorhanden).
  • Konservative Download-Einstellungen, um Suno beim Download nicht zu überfordern bzw. um Rate-Limits soweit wie möglich zu umgehen. Es wird nur eine einzelne Verbindung genutzt, darüber hinaus werden Pausen zwischen den Verbindungen eingebaut. Außerdem können Downloads jederzeit wieder aufgenommen werden, bereits vorhandene Dateien werden einfach übersprungen. Die Parameter können dabei einfach im Skript angepasst werden.

Insgesamt habe ich mit Hilfe des Suno Bulk Downloaders inzwischen fast mein gesamtes Suno-Archiv heruntergeladen, die Ausnahme bilden dabei die aktuellen Songs aus dem „My Workspace“-Verzeichnis, die ich erst noch einsortieren muss. Allerdings kann auch nicht garantiert werden, dass das Skript dauerhaft funktioniert, d.h. falls Suno Limitierungen ändert, andere Download-Server oder -Pfade nutzt, ein anderes Authentifizierungssystem verwenden sollte o.ä., wird das Skript zwangsläufig scheitern bzw. müsste in derartigen Fällen angepasst werden. Und auch wenn der Hinweis nur obligatorisch ist – die Entwicklung steht in keinem Zusammenhang mit Suno, ist logischerweise kein offizielles Projekt, sondern komplett unabhängig und rein zur persönlichen Verwendung entstanden. Die Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr, und jeder ist für die Einhaltung der offiziellen Richtlinien und Suno-AGB selbst verantwortlich.

Vorausgesetzt wird nur eine aktuelle Variante von Python, die genauen Schritte zur Installation mittels Python Virtual Environment sind im README beschrieben. Zur Authentifizierung nutzt Suno Bulk Downloader den jeweiligen Token aus der aktuellen Suno-Sitzung des Browsers. Wie man diesen mittels Developer-Tools heraus fischt, wird ebenfalls im README erklärt.

Kleiner Exkurs: Suno v5.5

Vor wenigen Tag ist mit Suno v5.5 ein neues Modell bzw. eine neue Version veröffentlicht worden. Die gute Nachricht: Der Suno Bulk Downloader funktioniert immer noch, daran hat sich bis zum aktuellen Zeitpunkt nichts geändert. Über den Rest möchte man eher den Mantel des Schweigens hüllen, andererseits kann ich mir einen Kommentar dazu wiederum nicht verkneifen. Suno v5.5 bringt als Neuerungen Voices, Custom Models und „My Taste“. Hinter Custom Models soll sich die Fähigkeit verbergen, aus eigener Musik eine personalisierte Suno-Variante kreieren zu können. Wobei eigene Musik in dem Kontext wohl bedeutet, dass man eigene Kompositionen außerhalb von Suno besitzen muss, und gerade das ist bei mir ja nicht der Fall. Und die „My Taste“-Funktion soll eigene Vorlieben mit der Zeit lernen und diese mit der „Magic Wand“-Funktion auf den Style-Prompt anwenden können. Schön, aber für mich ebenfalls weniger relevant, da ich gerne experimentiere und sich meine Prompts im Bereich von Alpen-Schlager bis Techno bewegen.

Eine jedoch von vielen erwartete Änderung sind die sog. Voices. Auf dem nicht vorhandenen Papier klingt dies erstmal gut, endlich bietet Suno die Möglichkeit, die eigene Stimme innerhalb von Songs zu verwenden. Dazu wurde die „Personas“-Funktion entfernt und durch „Voices“ ersetzt. Dort lässt sich die eigene Stimme aufnehmen, alternativ kann eine Datei mit der eigenen Stimme hochgeladen werden. Daraus bastelt sich Suno dann ein Stimmen-Modell, die einzelnen Voices lassen sich noch mit Namen und Bild bestücken. Also endlich nicht nur synthetisch generierte Sängerinnen und Sänger, sondern im besten Fall die eigene Stimme in einem eigenen Lied. Soweit zumindest die Theorie.

Also habe ich flugs ein paar Aufnahmen gemacht, wahrscheinlich sogar zum ersten Mal seit dem sechsten Lebensjahr (Chor!) außerhalb von Dusche oder Auto gesungen, und die Ergebnisse an Suno übermittelt. Rein testweise zusätzlich eine Variante rein mit gesprochener Sprache, sowohl in Deutsch als auch auf Englisch, und zwei, drei Gesangs-Aufnahmen unterschiedlicher Lieder, ebenfalls Deutsch und Englisch. Dass meine Stimme beim Anhören eher nach besoffener Hirsch in der Brunftzeit klingt – geschenkt.  Ich habe auch nie behauptet, singen zu können. Dass Suno v5.5 aber noch eins drauf setzt und daraus einen besoffenen Hirschen in der Brunftzeit macht, dem gerade über den großen Zeh gefahren wurde, und der sich fortan als Schaf identifiziert, hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet.

Denn kurioserweise lassen sich die erstellten Voices auch mit Suno v5 (ohne .5) verarbeiten. Und damit klingen die Ergebnisse tatsächlich wesentlich besser! Zwar bezeichnet Suno selbst die Voices-Funktion noch als „beta„, aber angesichts der ersten Tests würde ich eher v5.5 als komplett kaputt bezeichnen, da die Voices mit v5 zumindest einigermaßen das bieten, was ich erwartet hatte. Schließlich hatte ich gedacht, dass Suno aus den hochgeladenen Beispielen die Charakteristik der Stimme herausfindet, also etwa typische Aussprache, Klangfarbe etc., und diesen „akustischen Fingerabdruck“ nutzt, um daraus einen für das jeweilige Lied passenden Gesang bzw. die passende Stimme zu erstellen. Genau dies hat v5 zumindest versucht, ich habe mich jedenfalls in den erzeugten Songs recht gut wieder erkannt, hingegen war – bildlich gesprochen – der v5.5-Toningenieur während der Song-Generierung gerade auf dem Waldweg, auf der Suche nach dem Hirsch…

Suno v5.5 – und ein paar WTF?!?-Momente

Nur ein Beispiel – ich versuche gerade, in einem Stück nur gesprochene Sprache zu verwenden, also explizit nicht zu singen. Zum Test hatte ich ein Voice aus einem deutschen, gesungenen Schlager erzeugt. Vielleicht nicht die besten Voraussetzungen, aber verwende ich dieses Voice mit Suno v5, entsteht genau das, was ich erwartet hatte – einerseits nur Sprache, kein Gesang, und zwar in einer zum Stück passenden Tonhöhe, also eher tief. Derselbe Prompt mit demselben Voice unter Suno v5.5 genutzt, entsteht ein Pseudo-Singsang, die Stimme wechselt ständig die Tonhöhen, die Betonung ist völlig fehlerhaft usw., als ob jemand gesungen hat und dann herunter geregelt wurde. Hier kaum zu beschreiben, aber im Vergleich zu v5 ein absoluter Witz.

Zu allem Überfluss – und das ist fast noch schlimmer – ignoriert Suno v5.5 sämtliche Stil-Anweisungen, die man bisher auch im Lyrics-Teil verwenden konnte. Beispielsweise um zu Beginn einen längeren Instrumental-Teil spielen zu lassen, und der Gesang erst später beginnen soll. Oder dass eine Strophe mit einer weiblichen Stimme gesungen werden soll. Zwar wirkten diese Anweisungen auch als eine Art „Hack“, aber haben erstaunlich gut funktioniert, denn eine so weitreichende Gestaltung war rein mittels Style-Prompt nicht möglich. Wobei man hier die Frage stellen könnte, ob dies von Suno vielleicht sogar beabsichtigt war, um mehr Kunden zur teureren „Studio“-Variante zu locken, mit der von vornherein umfangreichere Bearbeitung möglich ist. Aber davon abgesehen gibt es auch allgemein und nicht wenig Kritik an v5.5, einfach mal in die Lieblings-Suchmaschine „Suno 5.5 problems“ eingeben. Wäre Suno v5.5 am heutigen Tage, somit am 01.04.2026 veröffentlicht worden, hätte ich wirklich gedacht, es handele sich um einen Aprilscherz.

Fazit und URL

Somit bleibt die Hoffnung, dass Suno die Probleme der „beta“-Version bald in den Griff bekommt, bis dahin bleibe ich erstmal bei der vorherigen Version. Die Entwicklung mit KI, in diesem Fall mit Claude, hat erneut Spaß gemacht, und analog zur Entwicklung von Drauniav habe ich auch diesmal nicht jede Zeile des Skriptes explizit kontrolliert. Claude hat jedenfalls gute Arbeit geleistet, und so dachte ich mir, dass das Skript vielleicht auch für andere nützlich sein könnte. Über die Entwicklung im Einzelnen könnte man wiederum eigene Artikel schreiben, auch weil ich aktuell mitunter ChatGPT gegen Claude gegen Gemini „laufen lasse“, um herauszufinden, wie sie sich jeweils bei der Lösung derselben Aufgabe verhalten. Aber dazu vielleicht mehr zu gegebener Zeit.

Zwar ein wenig versteckt bereits im Text vorhanden, aber hier nochmal explizit der Link auf den Suno Bulk Downloader auf GitHub .

 

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Kategorie: Programmierung