Zurück in die Zukunft

Dieser Titel ist einfach zu passend. Zwar weniger bezogen auf die legendäre Filmreihe, wobei eine Zeitreise mitunter wünschenswert wäre, aber der Satz spiegelt in etwa meine aktuelle Situation wider. Und analog zum Film mag es auch die eine oder andere Fortsetzung geben. 

Den regelmäßigen Lesern meines Profils ist es möglicherweise aufgefallen, ich habe heute meine aktuelle Position geändert in “Teamleiter Betrieb, Infrastruktur & Projekte”. Dies stellt auf den ersten Blick einen Schritt zurück dar, so war dort vorher “CTO” bzw. “Technischer Leiter” zu lesen. Insofern – was ist passiert, wo geht es hin, wo bleibt der konsequente Karrierepfad, und warum veröffentliche ich darüber auch noch einen Blog-Artikel, denn üblicherweise werden derartige Veränderungen doch eher im Stillen vollzogen.

Zum einen bevorzuge ich Transparenz gegenüber Geheimnissen, denn wenn die Motive für eine Entscheidung offen gelegt werden, fällt es wesentlich leichter, diese zu verstehen. Zum anderen bin ich persönlich sehr glücklich darüber, dieses Modell realisieren zu können und bereits zum jetzigen Zeitpunkt immense Unterstützung erhalten zu haben.

Aber der Reihe nach. Es gibt Ereignisse, die werfen einen aus der Bahn. Recht plötzliche und unerwartete bzw. schwere Erkrankungen im engsten Familienkreis beispielsweise. Wenn Monate zwischen Krankenhäusern und Reha-Klinik vergehen. Wenn keine Zeit zum Nachdenken ist, sondern es heißt, einfach da zu sein. Wenn auch die eigene Kraft kurz vor dem Ende scheint, aber die Hoffnung und der Wille, niemals aufzugeben, stärker sind. Wenn man wünscht, sich clonen zu können, oder wenigstens beamen, um nicht zuviel Zeit auf Autobahnen verbringen zu müssen.

Dennoch nimmt einem in dieser Zeit das (Gesundheits-)System viel ab, auch in Bezug auf Verantwortung. Das ist letztlich sehr positiv, steckt man selbst zwischen Verarbeitung des Geschehenen, vielen aufkeimenden Fragen und somit einer gänzlich neuen Situation. Natürlich bleibt man nicht passiv, im Gegenteil, dennoch sind dem eigenen Einfluss Grenzen gesetzt, etwa im Suchen und Finden guter Ärzte und Kliniken, vielen Gesprächen mit Ärzten, Schwestern, Pflegern, unzähligen Nachfragen, Besuchen, und allem, was dazu gehört.

Und es muss weiter gehen, terminiert auf einen Freitag kurz vor Weihnachten 2012, nachdem der Gesundheitszustand zumindest keinen weiteren Aufenthalt im Krankenhaus mehr bedurfte. Genau dies sorgte für neue Herausforderungen, letztlich zunächst organisatorischer Natur, von den simplen täglichen Angelegenheiten wie Sicherstellung von Mahlzeiten über Arztbesuche bis hin, Sorge zu tragen, dass weitere ambulante therapeutische Maßnahmen erfolgen, um den Gesamtzustand weiter zu verbessern. Und vor allem da zu sein, um alltägliche Sachen zu erledigen oder miteinander üben zu können und im besten Fall Fortschritte zu erreichen.

Für mich eine Selbstverständlichkeit, denn so gut die Therapeuten sein mögen, und so häufig die Therapien stattfinden, die Zeit ist ein entscheidender Faktor. Ich möchte mehr als bisher beitragen, noch aktiver sein, helfen, immer wieder trainieren usw., was einem letztlich so ungeheuer viel zurück gibt, und zwar auf einer ganz anderen Ebene als das Verschieben von Bits und Bytes es können.

Daher bin ich sehr froh und dankbar für die Unterstützung bei der Realisierung eines Modells, was diese neue Art von Work-Life-Balance erlaubt. Im Einzelnen bedeutet dies, dass ich die Arbeitszeit auf 60% reduziere, damit einher geht die Übernahme der neuen o.g. Position im Rahmen einer aktualisierten Teamstruktur. Und diese Veränderung ist für mich wahrlich kein Rückschritt, sondern genau die Chance, mehr Zeit zu haben, um einerseits aktiver in jedweder Form helfen zu können und andererseits wieder die Konzentration und Motivation zu finden, die in der letzten Zeit hin und wieder Lücken aufgewiesen hat.

Eben zurück in die Zukunft, denn wie einem jeder Film über das Springen auf Zeitachsen lehrt, können kleine Änderungen große Auswirkungen nach sich ziehen.

In diesem Sinne vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

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