2010. Das Jahr der Entscheidungen

Manchmal passiert noch mehr, und zwar aus heiterem Himmel.

Heute beim Frühstück hörte ich seit längerer Zeit wieder einmal das Lied „You’re in the army now“ von Status Quo. Tatsächlich war dieses eine der „Hymnen“ vor mittlerweile fast 18 Jahren, als es auch mich zum Wehrdienst bei der Bundeswehr führte. Im Nachhinein eine interessante Phase – die eingeschränkte Freiheit, nachdem man kurz zuvor in genau jene entlassen wurde. Wer glaubt, die anderen Songs nennen zu können, möge sich gerne melden.

Im letzten Jahr habe ich geschrieben, dass 2009 das Jahr der Veränderungen sei. Respektive werden wird, denn zu dem Zeitpunkt waren gerade einmal wenige Monate vergangen. Kurzum: Diese Vorhersagen haben sich bestätigt. Und die Folgen sind noch nicht einmal abzuschätzen, geschweige denn zu verstehen.

Nun wage ich eine weitere Vorhersage. 2010 wird das Jahr der Entscheidungen. Entscheidungen werden täglich getroffen. Unendlich viele, ohne dass komplexe Entscheidungsprozesse den Weg bereiten, einige nach gründlicher Überlegung, und manche sogar ad hoc, ob nun intuitiv oder als „Bauchgefühl“ bezeichnet.

Üblicherweise geht einer Veränderung die Entscheidung voraus. In Bezug auf das letzte und das aktuelle Jahr ist es eher umgekehrt. Sicherlich wird es nach den Entscheidungen weitere Veränderungen geben. Zwangsläufig und in jede Richtung.

Zwar gibt es viele Entscheidungsmodelle, aber keines davon kann einem die Unsicherheit vollständig abnehmen. Risikominimierung ist nur in gewissen Grenzen möglich. Und um mit Theodore Roosevelt zu sprechen „In any moment of decision the best thing you can do is the right thing, the next best thing is the wrong thing, and the worst thing you can do is nothing“.

Doch was sind gute oder schlechte Entscheidungen? Wenn dies im Vorfeld so eindeutig identifizierbar wäre, würde es wesentlich weniger falsche Entscheidungen geben. Und manche Entscheidungen, insbesondere diejenigen, bei denen der eigene Einfluss gegen Null strebt, rauben einem einfach nur die Sinne. Letztlich bedeutet es auch eine Entscheidung, keine Entscheidung zu treffen.

Methoden wie z.B. 10 (minutes) – 10 (months) – 10 (years) von Suzy Welch, die eine Strategie bei schwierigen Entscheidungen versprechen, sind vielleicht lesenswert, aber man muss sich darauf einlassen. Wobei mir persönlich eine 4 (weeks) – 4 (months) – 4 (years) Methodik eine bessere Strukturierung ermöglicht und somit sympathischer, da realitätsnäher ist. Denn über die nächsten 10 Minuten muss ich nicht grossartig nachdenken. Und Gedankenspiele oder gar Geschichten ohne Zeitbezug können ebenfalls eine Entscheidungsunterstützung darstellen.

Welche Entscheidungen 2010 auch immer getroffen werden – oder werden müssen, ist noch nicht entschieden und folglich ungewiss. Und einige davon werden von einem inneren Krieg begleitet. You’re in the army now. Willkommen.

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